Verbesserung der Lebensbedingungen armer ländlicher Haushalte durch die Nutzung alternativer und erneuerbarer Energien in Karnataka

An diesem wichtigen Projekt sind die beiden Treuhandstiftungen

  • Dr. Berthold Schwab-Stiftung
  • Irmgard und Diepak Sen Gupta-Stiftung

mit ihren Erträgen beteiligt.

Auch dieses laufende Projekt der Andheri-Hilfe - kofinanziert vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - wird weiterhin von unserer Stiftung mitfinanziert, um das gesteckte Ziel zu erreichen: Es geht darum, 5.000 arme Kleinfarmer-Familien in von starker Dürre betroffenen Gebieten um Mysore (indischer Bundesstaat Karnataka) aus Armut und Hunger herauszuführen, und zwar durch Nutzung alternativer Energien und Programmen der Wasserbewirtschaftung. Das Dreijahresprojekt ist auf Ende 2012 befristet: Jetzt aber zeichnet sich bereits ab, dass sich die Lebenssituation der betroffenen Familien ganz wesentlich verbessert hat. Gleichzeitig wird durch die Maßnahmen des Ressourcenschutzes die Umwelt geschont und dem Voranschreiten des Klimawandels ganz konkret vorgebeugt.

Mehr als 100 Biogasanlagen - teils zusätzlich von staatlichen Stellen in Indien gefördert - sorgen für alternative Energie: Frauen und Kinder werden dadurch vor der gesundheitsschädlichen Rauchentwicklung beim Kochen mit Brennholz bewahrt und der Baumbestand wird geschont. Außerdem ergibt das Restmaterial einer solchen Biogasanlage (sie wird gespeist mit Kuhdung) noch wertvollen organischen Dünger. Weitere 1.300 Familien besitzen nun Brennholz sparende Kochstellen, Chulas genannt. Auch bei der Nutzung dieser Erneuerungen kann die Entwicklung von Rauch verhindert werden. Zudem versorgen diese Chulas die Familien ständig mit keimfreien Wasser. Die früher durch unsauberes Wasser verursachten Krankheiten gehören jetzt weithin der Vergangenheit an.

850 Einzel-Solarlampen und 250 Solarlampensysteme (drei Lampen in einem Haushalt) konnten ferner im Rahmen dieses Großprojektes installiert werden. Bei der Auswahl der Familien wurden solche mit Kindern bevorzugt, um ihnen das Lernen in den dunklen Abendstunden zu ermöglichen. 12 solar-betriebene Straßenlaternen, in vier verschiedenen Dörfern aufgestellt, stellen außerdem eine Verbesserung für die ganze Dorfgemeinschaft dar.

All diese Maßnahmen wären nicht so erfolgreich gewesen ohne intensive Schulung: In 30 Kursen wurden die Mitglieder der Selbsthilfegruppen mit Hilfe von anschaulichen Materialien über den Nutzen und Wert der erneuerbarer Energien im Vergleich zu den herkömmlichen Energiequellen aufgeklärt. Sie erkannten die dringende Notwendigkeit des Schutzes ihrer bisher nicht geschätzten und genutzten natürlichen Ressourcen.

Die Besitzer von Biogasanlagen, rauchfreien Herden und Solarlampen wurden in die entsprechenden technischen Handhabungen eingeführt. Zusätzlich erreichte man durch gezielte Aufklärungskampagnen die breite Bevölkerung. So wurden z.B. bei Rallys Plakate mit einem thematischen Bezug zu erneuerbaren Energien durch die Dörfer getragen.